Frühjahr 2016 Mittelstand im Mittelpunkt - Mittelstandsstudie von BVR, DZ BANK und WGZ BANK

Investitionsbereitschaft im Mittelstand auf Rekordhoch

Nach der Eintrübung im Herbst vergangenen Jahres hat sich die Stimmung im Mittelstand im Frühjahr wieder erholt. Dies ist insbesondere auf die deutlich gestiegenen Geschäftserwartungen zurückzuführen. Derzeit erwartet jedes dritte Unternehmen verbesserte Geschäftsentwicklungen in den nächsten sechs Monaten. Aber auch die Bewertung der aktuellen Lage hat sich im Vergleich zum Herbst leicht verbessert. Getrieben wird die positive Einschätzung von den niedrigen Energiepreisen, gleichzeitig profitiert der stärker inlandsorientierte Mittelstand von der anhaltenden Konsumlaune der privaten Haushalte. Angesichts der optimistischen Stimmung steigen die Investitionsplanungen der Unternehmen auf ein neues Allzeithoch. So planen 81 Prozent der Mittelständler in den nächsten sechs Monaten in ihr Unternehmen zu investieren. Ihr Personal haben die Unternehmen im vergangenen halben Jahr deutlich aufgestockt, und sie planen auch weiterhin Personal aufzubauen. In den nächsten sechs Monaten will jedes vierte Unternehmen Mitarbeiter einstellen. Weiter leicht rückläufig sind die Auslandsaktivitäten der Mittelständler. Aktuell sind rund 54 Prozent der Unternehmen im Ausland engagiert; vor einem Jahr waren es noch über 57 Prozent. Hierfür dürfte die Schwäche der Schwellenländer, insbesondere die anhaltende Rezession in Brasilien und Russland und das gedämpfte Wirtschaftswachstum in China ein Grund sein. Sollte Großbritannien aus der Europäischen Union austreten, befürchten nur 28 Prozent der Mittelständler keine negativen Konsequenzen. Die mittelständischen Unternehmen erwarten im Falle eines "Brexit“ insbesondere zunehmende bürokratische Hemmnisse. Hinsichtlich des Eigenkapitals ist der Mittelstand sehr gut ausgestattet. So stieg die Eigenkapitalquote der kleinen und mittleren Unternehmen in den vergangenen 15 Jahren um etwa 44 Prozent.