Neubau oder Bestandsimmobilie

Wann lohnt sich ein Neubau und wer ist mit einer Bestandsimmobilie besser beraten?

18.04.2018 | Autor: Lisa Zimpfer

Wer träumt nicht davon sich mit den eigenen vier Wänden zu verwirklichen? Für sich und für seine Familie ein tolles Heim zu schaffen, in dem es sich prima leben lässt und in dem man alt werden kann – das ist der Wunsch von Vielen. Beim Immobilienkauf sollte insbesondere die mittel- bis langfristige Lebensplanung (berufliche Veränderung, Familiennachwuchs, …) bedacht werden. Aber auch die Frage, wie stark das Bedürfnis ist, sich mit den eigenen vier Wänden selbst zu verwirklichen, beeinflusst die Entscheidung mit. Eine der grundlegenden Fragen dabei ist, ob die Immobilie neu gebaut oder doch lieber eine bereits bestehende Immobilie erworben werden soll.

© Jeanette Dietl / Shutterstock.com

Warum ein Neubau?

Der Neubau wird nach den neuesten Bauvorschriften errichtet. Energieersparnis durch moderne Baustoffe, isolierverglaste Fenster, Wärmedämmung und Heizungsanlagen, die regenerative Energien nutzen sind längst keine on-top Elemente mehr sondern Gang und Gebe. Doch die Energieersparnis ist nur einer der Vorteile. Mit größeren Reparaturkosten nach der Fertigstellung ist bei einem Neubau nicht zu rechnen, während bei einer Bestandsimmobilie immer wieder Reparaturen anfallen können.

Sie haben die Möglichkeit Ihre ganz persönlichen Wünsche und Vorstellungen in die Planungen einzubringen (Raumaufteilung, Wahl der Bodenbeläge, Sanitärausstattung, …). So kommen Sie Ihrer Traumimmobilie möglichst nahe. In der Umsetzung haben Sie auch die Möglichkeit durch Eigenleistungen Baukosten spürbar zu senken.

Ein zentrales Thema beim Neubau ist häufig auch die Barrierefreiheit. Ein schwellenloser Zugang, breitere Türen oder bodenebene Dusche können sich bei einem Neubau leichter umsetzen lassen, als in einem Bestandsobjekt. So können Sie in Ihrem Eigenheim das Leben bis ins hohe Alter genießen.

© Roman Samborskiy / Shutterstock.com

Oder soll es doch die gebrauchte Immobilie sein?

Oft liegt die Bestandsimmobilie in einem gewachsenen Wohngebiet mit kompletter Infrastruktur. Keine Baustellen ums Haus, kein andauernder Baulärm und keine direkte Sicht in Nachbars Garten, wie es häufig gerade in Neubaugebieten über mehrere Jahre hinweg der Fall ist.

Bei der Bestandsimmobilie entfällt meist die Planungs- und Bauphase. So können Sie in der Regel auch sofort einziehen oder das Objekt vermieten. Die Immobilie kann vor dem Kauf ausgiebig besichtigt werden. Auch bei eventuellen „Problemen“ können Sie als Käufer direkt auf den Voreigentümer zurückgreifen und Fragen stellen. Beim Neubau hingegen kaufen Sie oft nur auf Grundlage von Bauplänen und Grundstücksbesichtigungen. Man verlässt sich hierbei rein auf Visualisierungen des Bauträgers.

Mietzahlungen bis zum Umzug in den Neubau sowie die gleichzeitig anfallenden Zins- und Tilgungszahlungen -  diese Doppelbelastung entfällt beim Erwerb einer bereits bestehenden Immobilie.

© lenetstan / Shutterstock.com

Fazit

Bestandsimmobilien werden aufgrund ihres älteren Baujahrs zu einem günstigeren Preis angeboten als Neubauten. Möglicherweise verfügen sie jedoch nicht über die gewünschte, moderne Ausstattung (ältere Badezimmer, ältere Heiztechnik, …) und besitzen nicht unbedingt zweckmäßige, dem heutigen Stand entsprechende Grundrisse bzw. müssen sogar renoviert werden. All diese Investitionen seitens des Käufers können den Kauf einer Bestandsimmobilie zu einer teuren Angelegenheit machen. Bestandsimmobilien sind allerdings im Erwerb weitaus günstiger und bringen somit auch geringere Kaufnebenkosten mit sich. Die eingesparten Gelder können so in die Modernisierungs- und Renovierungsmaßnahmen an der Immobilie fließen.

Getreu dem Motto „ aus alt mach neu“ können hier die Handwerker-Herzen höher schlagen. Allerdings ist die Situation derzeit so, dass kaum noch bezahlbare Neubauwohnungen oder ein Bauplatz zu bekommen sind. Insofern überwiegt das Angebot an Gebrauchtimmobilien.