Auslandssemester in Kalifornien

Teil 4 (20.03. - 21.04.2019)

Max Roser absolviert ein Auslandssemester an der California State University Channel Islands (CSUCI) und berichtet von seinen Erfahrungen.

Es ist schon etwas Zeit vergangen, seitdem ich mich das letzte Mal gemeldet habe. In dieser Zeit ist einiges passiert. Mittlerweile ist schon Mitte April, was bedeutet, dass ich langsam aber sicher auf die Zielgerade meines knapp fünfmonatigem Auslandssemesters einsteuere.

Junger Mann steht vor Brücke, schlechtes Wetter

In den letzten 30 Tagen zeigte sich das Wetter hier von seiner allerbesten Seite. Jeden Tag Sonnenschein, die Temperaturen nähern sich der 30° Celsius Marke und geregnet hat es in der Zeit eigentlich auch nicht. In der Summe also ein sehr gutes Gesamtbild. Nichtsdestotrotz muss bei all dem schönen Wetter auch einiges für die Uni gemacht werden. In Business Law hatte ich in der Woche nach Spring Break ein Exam über die US-Verfassung, worunter auch der andauernde Cannabis Konflikt fällt. Laut „federal Law“ sind sämtliche Drogen, wie z. B. Cannabis verboten. In Kalifornien gilt jedoch seit einigen Jahren der Konsum und Handel als legal. Juristisch betrachtet natürlich hochinteressant. Mein zweites Exam wird über „contract law“ sein, was uns exemplarisch anhand des Borat Films erklärt worden ist. Was vielleicht viele nicht wissen ist, dass die meisten Personen, die im Film gezeigt werden, gar keine Schauspieler sind. Wer den Film gesehen hat weiß, wie viele lustige Szenen daraus entstanden sind. Komischerweise können die „Nicht-Schauspieler“ kaum darüber schmunzeln. Deshalb, und gerade weil es hier in den USA so üblich ist, entschieden sich viele unfreiwillige Darsteller zu klagen. Allerdings erfolglos.

In meinen Fächern Social Business und Business Operation sind jeweils “group projects” am Laufen, die bis zum Ende des Semesters fertig sein müssen.

Nebenbei bemerkt hatte ich letzten Donnerstag auch meine erste Exkursion seit meiner Zeit am Gymnasium. Die „social business class“ traf sich an diesem Tag in Los Angeles bei der Non-Profit Organisation Homeboys Industries. Diese Organisation beschäftigt Leute, die sonst keine Arbeit finden würden. Dazu zählen in erster Linie ehemalige Gangmitglieder und Ex-Gefängnisinsassen. Als Bäckerei in Downtown Los Angeles generiert das Unternehmen seinen Umsatz.

Nach der Exkursion ging es für mich direkt wieder zurück nach Camarillo zur Uni. Dort warteten meine Freunde auf mich, um einen Roadtrip zu starten. Es sollte nach San Francisco gehen. Nach knapp zwei Stunden auf dem Pacific Coast Highway entlang der Küste ging es dann für weitere drei Stunden durchs Inland. Wir waren alle ziemlich froh, als wir endlich ankamen. Es war eine Wohltat endlich mal wieder die Beine ausstrecken zu können. Die Beinfreiheit auf dem Rücksitz war vergleichbar mit einem Billigflieger. Am nächsten Morgen war es dann so weit. Wir fuhren durch San Francisco bis zur Golden Gate Bridge. Es war wirklich beeindruckend, denn die Brücke ist so riesig, wie sie kein Film oder Foto jemals angemessen darstellen könnte. Einzig der berühmte Nebel in San Francisco machte uns einen Strich durch die Rechnung, aber das ist eben auch Teil der Stadt im Norden Kaliforniens.

Blick auf die Bucht von San Francisco, Hafen

Das Highlight des Tages war ohne Zweifel eine Bootstour durch die Bucht von San Francisco, wo wir noch mal die Golden Gate Bridge aus einer anderen Perspektive bestaunen konnten. Außerdem fuhren wir auch mehrmals um das berühmt berüchtigte Alcatraz Gefängnis, was wirklich sehr beeindruckend war.

Gefängnis-Insel Alcatraz im trüben Wetter

Den Rest des Wochenendes verbrachten wir bei der Familie eines meiner Freunde. Gemeinsam gingen wir dann noch zu einem Baseballspiel und feierten Ostern. Nach einem ereignisreichen Wochenende ging es dann am frühen Montagmorgen zurück nach Camarillo.

Baseball-Stadion mit Zuschauern im Sonnenschein

In ca. vier Wochen stehen dann die Finals an, was gleichzeitig bedeutet, dass die Zeit hier langsam (leider) vorüber geht. Bis dahin werde ich natürlich jeden weiteren Tag hier in Kalifornien genießen.

Ich werde mich noch einmal mit einem finalen Bericht melden. Also bis dahin.