Offenburg wird „E-Commerce-City“

Offenburg. „Das Silicon Valley werden wir in Offenburg wohl nicht eins zu eins nachbauen können. Aber das brauchen wir auch gar nicht. Wir sind auf einem guten Weg Offenburg zu einem „E-Commerce-Zentrum“ weiterzuentwickeln. Mit unseren innovativen Ideen und mit unserem kreativen Blick in die Zukunft.“, so das Credo sechs großer namhafter Firmen (BurdaDirect, EDEKA, F&S (Gesellschaft für Dialogmarketing mbH), MARKANT, Printus, Volksbank Offenburg, WRO (Wirtschaftsregion Ortenau), der Stadt Offenburg sowie der Hochschule Offenburg, die sich erstmals getroffen haben, um Offenburg zu einem nachhaltigen und zukunftsfähigen Standort in Sachen E-Commerce weiterzuentwickeln.

Der Fokus liegt auf einer engen Vernetzung von Wirtschaft, Politik, der WRO und der Hochschule um zum einen die Studierenden für das Thema E-Commerce zu begeistern und frühzeitig die Lehre mit der Praxis passend zu verzahnen. Zum anderen ergibt sich die Chance die Region überregional zu profilieren, das „Cluster“ E-Commerce transparent zu machen und die Digitalisierung als vielversprechende Perspektive zu nutzen.

Einkaufen im Internet (E-Commerce) ist schon heute fester Bestandteil des täglichen Lebens, so wie Essen und Trinken. Auch wird es auf Sicht kaum noch Unternehmen geben, die hiervon nicht betroffen sind.  War China bislang das bevölkerungsreichste Land der Welt, so wurde es von Facebook schon längst von Platz 1 der weltweiten Rangliste verdrängt. Die Welt verändert sich rasant. Die Zahl der Online-Käufer ist binnen drei Jahren um 72 % gestiegen, hat sich in sieben Jahren gar vervierfacht. Der digitale Nachrichtenkonsum wächst ähnlich rasch und massiv, wie der Absatz von elektronischen Büchern. Doch werden längst nicht mehr nur Bücher, PCs oder Unterhaltungselektronik online bestellt. Der Onlinehandel stößt in immer mehr Produktgruppen des täglichen Lebens vor.

Um diese Chancen zu nutzen, werden Fachkräfte derzeit extrem gesucht, sind aber schwer zu bekommen, so dass es bei der Personalbeschaffung zu einem „war of talents“ kommen wird. Klar ist auch, dass Firmen in „hippen“ Ballungsräumen den Vorteil auf ihrer Seite haben. Wenn man sich als Mittelzentrum durchsetzen möchte, dann muss man sich etwas einfallen lassen. Da es aber gelingt Talente in die Wüste – ins Silicon Valley – zu holen, dann sollte es doch auch möglich sein, für sie „E-Commerce-City“, sprich Offenburg, interessant zu gestalten. Um hier rechtzeitig die Weichen zu stellen, haben sich führende Offenburger Unternehmen, gemeinsam mit Entscheidern aus Hochschule, öffentlicher Verwaltung und Institutionen, zu diesem Thema ausgetauscht. Es wurden Möglichkeiten diskutiert, im Verbund von Unternehmen, Stadt und Hochschule, das Thema E-Commerce zum gemeinsamen Nutzen in der Ortenau nach vorne zu bringen. Das Ziel ist die Profilierung des Standortes Offenburg zu diesem Zukunftsthema, um zum einen digitales Know-how am Standort zu schaffen, die begehrten Fachkräfte von morgen nach Offenburg zur Ausbildung oder zum Studium zu holen, die Zukunftsfähigkeit der regionalen Wirtschaft zu gewährleisten und Offenburg als attraktiven Wirtschafts- und Hochschulstandort zu sichern. Profitieren würden alle. Die Hochschule durch die Besetzung eines Mega-Themas von höchstem Interesse für Studienanfänger, mit der Option, sich zum bundesweiten Kompetenzzentrum in diesem Bereich zu entwickeln. Die Stadt Offenburg von einem Hightech-Image sowie in der Folge, von neuen und zukunftssicheren Arbeitsplätzen und die Unternehmen bei der Personalrekrutierung und durch Know-how-Gewinn.

Ein erster Schritt, um die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen ist, in die Ausbildung dieser Fachkräfte zu investieren. Bislang wird an nur sechs Hochschulen bundesweit der Studiengang „E-Business“ oder „E-Commerce“ angeboten. Künftig wird es an der Hochschule in Offenburg einen eigenen Studiengang „Dialogmarketing und E-Commerce“ geben. Der Start ist für das Sommersemester 2016 mit 25 Studienplätzen geplant. Das Besondere daran ist die enge und praxisbezogene Kooperation der Hochschule mit den vorgenannten Partnern. Weiterhin ist vom IHK Bildungszentrum eine berufsbegleitende Fortbildung zum E-Commerce-Manager (IHK) ab dem Sommer 2015 geplant. Voraussichtlich wird es im Frühjahr 2016 einen speziellen E-Commerce-Tag in Offenburg geben, an dem die Besucher Expertenwissen aus erster Hand, wertvolle Tipps von Online-Profis und vieles mehr erfahren können.Die Entscheider werden sich künftig zweimal jährlich treffen, um nah am Thema dran zu bleiben und es entsprechend zu forcieren.

Prof. Dr. Winfried Lieber (Hochschule Offenburg), Hans R. Schmid (Printus), Siegfried Sorg (Printus), Edith Schreiner (Oberbürgermeisterin Offenburg), Markus Dauber (Volksbank Offenburg), Gerhard Thomas (BurdaDirect), Manfred Hammes (WRO), Dr. Wolfgang Bruder (Hochschule Offenburg), Prof. Dr. Thomas Breyer-Mayländer (Hochschule Offenburg), Rainer Huber (EDEKA), Bernhard Delakowitz (Markant), Christian Funk (F&S).