Volksbanken aus Achern und Offenburg vereinbaren Sondierungsgespräche

Achern/Offenburg. Wie die Vorstände der beiden Genossenschaftsbanken in einer Pressemitteilung bekannt gaben, wurde in Abstimmung mit den Aufsichtsratsgremien der jeweiligen Häuser die Aufnahme von Sondierungsgesprächen vereinbart.

Ziel ist es, die guten bestehenden Geschäftsbeziehungen zu intensivieren und auch die Möglichkeit eines Zusammenschlusses zu prüfen. Die beiden Volksbanken werden gemeinsam von rd. 60.000 Mitgliedern getragen. Sie sind fest in der mittelständischen Wirtschaft und der Region verankert und betreuen mehr als 120.000 Kunden.

Per Ende 2014 wies die Volksbank Offenburg ein Bilanzvolumen von rd. 1,7 Mrd. Euro aus, die Volksbank Achern rd. 900 Mio. Euro. Zusammen beschäftigen die beiden Kreditinstitute über 500 MitarbeiterInnen und 30 Auszubildende.

Dank ihres grundsoliden Geschäftsmodells verfügen beide Banken in ihren Geschäftsgebieten über eine hohe Marktdurchdringung. Sie sind seit Jahren wirtschaftlich erfolgreich und haben eine sehr stabile Eigenkapitalbasis.

Damit dies auch langfristig so bleibt, sehen sich die Vorstände in der Verantwortung, strategische und auch strukturelle Antworten auf die Zukunftsfragen ihrer Banken zu geben. Insbesondere der anhaltende Niedrigzins, der hohe regulatorische Aufwand und die zunehmende Digitalisierung der Finanzbranche stellen die Geschäftsmodelle von regionalen Banken vor besondere Herausforderungen. Dies bestätigt auch die erst kürzlich veröffentlichte Erhebung der Deutschen Bundesbank und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, die die Belastbarkeit von Sparkassen und Genossenschaftsbanken im Niedrigzinsumfeld untersucht hatte.

Die anstehenden Gespräche haben zum Ziel, Perspektiven herauszuarbeiten, wie durch Bündelung der Kräfte den absehbaren Belastungen wirksam und auf Dauer begegnet werden kann und welche Vorteile hieraus für die Mitglieder und Kunden generiert  werden können.

Die Schaffung größerer und wirtschaftlich noch leistungsfähigerer Einheiten kann die Chancen im Wettbewerb verbessern und mittel- und langfristig günstigere Aufwandsrelationen gewährleisten, so die grundsätzliche Einschätzung zum Start der Gespräche.

Die Sondierungsgespräche sollen bis Ende Januar 2016 abgeschlossen sein. Bei erfolgreichem Verlauf könnten die Aufsichtsräte beider Häuser dann zeitnah 2016 beschließen, in konkrete Fusionsverhandlungen zu treten.

Bei der weiteren Konkretisierung des Fusionsvorhabens sollen im Frühjahr 2016 die Vertreter beider Volksbanken umfassend informiert und eingebunden werden.